Facebook in der Bildung

Facebook in der Bildung

Social Media in der Schule – das bezieht sich auf der einen Seite auf die Risiken rund um digitale Anwendungen wie Facebook. Oder es geht um das Handyverbot und den wohl dosierten Einsatz von Computerpools in überschaubaren Unterrichtseinheiten. Auf der anderen Seite sind soziale Medien grundlegend mit dem Alltag von Heranwachsenden verwurzelt und ein elementarer Bestandteil ihrer Lebenswelt. Und weil Schule auf das Leben vorbereiten soll – und zwar in allen Facetten und Bestandteilen – ist es kaum mehr möglich Facebook & Co. aus der Schule zu verbannen.

Wie ein sinnvoller und vor allem sicherer Einsatz von Facebook in Bildungskontexten gelingen kann, beschreibt mein Artikel „Sicher ist sicher: Was man beim Einsatz von Facebook in der Bildungsarbeit beachten sollte“, der im Rahmen der werkstatt.bpb.de erschienen ist.

Der Text stellt Strategien und Techniken vor, die für den Einsatz von Facebook in Bildungskontexten zu bedenken sind. Dabei geht es um rechtliche Rahmenbedingungen und administrative Fragen, aber auch um redaktionelle Regeln und Handlungsweisen. Neben grundlegenden Informationen werden Linktipps zum Weiterlesen gegeben und Methoden vorgestellt, die für das Erarbeiten und die richtige Aufbereitung von Social-Media-Inhalten geeignet sind.

Medienbildung goes Lehrerausbildung!

Medienbildung goes Lehrerausbildung!

Dass Bildung und der kompetente Umgang mit digitalen Medien untrennbar miteinander verbunden sind und dass dafür die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen – damit befassen sich derzeit Ministerien und Institutionen auf Bundes- und Landesebene. So haben das Bundesministerium für Bildung und Fortschung und auch die Kultusministerkonferenz Strategiepapiere zur Bildung in der digitalen Welt verabschiedent und in Thüringen konzeptualisieren derzeit die verantwortlichen Einrichtungen entsprechende Möglichkeiten der Umsetzung. Dabei rücken vor allem auch die schulischen Bildungskonzepte und die damit verbundene Lehrerausbildung in den Fokus. Veraltete Technik, fehlende Konzepte zur Umsetzung von Medienbildung und nicht ausreichend geschultes Personal sowie fehlende finanzielle Ressourcen sind dabei die Hauptkritikpunkte.

Projektgruppe Werbung
Studierendengruppe Projekt „Werbung“

Wie die Vermittlung von Medienkompetenz und die Entwicklung von Konzepten der Medienbildung in die Lehrerausbildung integriert werden kann – das zeigt ein Seminar an der Universität Erfurt, das seit 2015 im Bachelorstudiengang Primare und Elementare Bildung angeboten wird. Hier lernen Studierende nicht nur die Medienwelten der Kinder kennen, sondern entwickeln auch ein eigenes Projekt, dass sie selbst konzeptualisieren und vor Ort umsetzen. In diesem Wintersemester 2016/17 wurden die Projekte von drei Studierendengruppen mit Vorschulkindern der Kita Kinderland in Weimar durchgeführt. Dabei wurden einerseits klassische Themen wie die Mechanismen und das Erkennen von Werbung bearbeitet. Die Kinder entwickelten dabei ein eigenes Produkt, dass sie „bewerben“ und verkaufen konnten.

Medienprojekt Lochkamera
Studierendengruppe Projekt „Lochkamera“

Andererseits wurden auch ganz aktuelle Fragestellungen rund um Integration und Anderssein medienbezogen bearbeitet. Dass Unterschiede eine Bereicherung sind und unsere Gesellschaft vielfältiger und bunter sind – war das Fazit dieses Projekts. Auch technisch Interessierte kamen im Projekt Lochkamera auf ihre Kosten und konnten physikalische Gesetzmäßigkeiten hautnah kennenlernen und ausprobieren. Insgesamt zeigt dieses, inzwischen etablierte Seminar, dass die Implementierung von Medienbildung in die Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen ein wichtiger Schritt ist, um Bildungseinrichtungen Werkzeuge in die Hand zu geben, mit denen sie das souveräne Medienhandeln von Heranwachsenden in einer digitalen Welt befördern können!

Von wegen Lehrer haben keine Ahnung?!

Von wegen Lehrer haben keine Ahnung?!

Mädchen und Jungen wachsen heute mit digitalen Medienhelden auf, die geschlechtsspezifisch aufbereitet und in eine umfassende Vermarktungskette eingebunden sind. Schon für die ganz Kleinen gibt es Fernsehsendungen, Computerspiele, Handys, Apps und Internetseiten. Aber was machen Kinder mit diesen Geräten, Inhalten und Diensten? Welche entwicklungsspezifischen Besonderheiten gibt es? Und wie ist es um die Medienkompetenz der Heranwachsenden, aber auch der Eltern, Erzieher und Lehrer bestellt?

Vorbereitung für das Hörspiel in einer Erfurter Grundschule
Vorbereitung für das Hörspiel in einer Erfurter Grundschule

Unter anderem mit diesen Fragen befasste sich das Seminar „Lillifee, Yakari & Co. Mediensozialisation und Medienkompetenz in der Kindheit“, das im Wintersemester für zukünftige Lehrerinnen und Lehrer im Bereich Pädagogik der Kindheit an der Universität Erfurt angeboten wurde. Neben dem Aufarbeiten theoretischer und empirischer Erkenntnisse zum Aufwachsen mit digitalen Medien ging es vor allem darum, medienpädagogische Praxisprojekte zu entwickeln und in Schulen zu erproben. In insgesamt fünf Gruppen entwickelten die Studierenden Konzepte in den Bereichen Datenschutz, Hören, Geschlechterrollen und Kinderwerbung, Medienhelden und zum Einsatz von Webquest im Unterricht.

Quelle "FREIES WORT" Illmenau
Quelle „FREIES WORT“ Illmenau

Die Ergebnisse können sich sehen lassen! Enstanden sind unter anderem eine Talkshow, in der sich Grundschüler mit dem Datenschutz auseinandersetzen, oder ein Hörspiel, mit dem Kinder für das Hören und für gestalterische Möglichkeit sensibilisiert wurden. Eine Veröffentlichung des Hörspiels beim Wartburg Radio in Eisenach ist für den 19. März gegen 17.00 Uhr geplant. Insgesamt wird deutlich, dass es sehrwohl möglich ist, mit guten Ideen, sinnvoll strukturierten Konzepten und realtiv wenig technischem Equipment kreative und spannende Projekte mit Grundschülern im Rahmen von Unterricht und Projekttagen durchzuführen. Nachahmung empfohlen!

P.S. Das Seminar: „Lillifee, Yakari & Co.“ Mediensozialisation und Medienkompetenz in der Kindheit wird auch im Sommersemester 2015 an der Universität Erfurt (Pädagogik der Kindheit) angeboten.

 

Unterrichtspaket Safer Sex 2.0

Das bei www.lehrer-online.de bereitgestellte Unterrichtsmaterial: Safer Sex 2.0? Sexting & Grooming thematisiert die Phänomene „Sexting“ und „Grooming“ und gibt Schülerinnen und Schülern Strategien an die Hand, um sich vor damit verbundenen Gefahren zu schützen.

Dieses Materialienpaket eignet sich zur Förderung der digitalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Sie sollen sich ihrer Verantwortung bei der Nutzung von Informationstechnologie bewusst werden und eigene Handlungsmöglichkeiten entwickeln, um sich souverän und kritisch im Netz zu bewegen. Diie Unterlagen zum Thema Sexting & Grooming umfassen verschiendenste Facetten dieser Phänomene und geben Lehrenden ein Instrument an die Hand, sich im Unterricht mit den Chancen und Risiken digitaler Medien zu befassen.
Gesamteindruck: Daumen hoch!

Gesamtpaket zum Download

 

Digitale Klassenzimmer im maroden Schulgebäude?!

In den vergangenen Monaten hat die Arbeitsgruppe Bildung der Thüringer Landtagsfraktion DIE LINKE intensiv am Text eines Bildungskonzept gearbeitet. Inhaltlich hatte sich die AG dabei das Ziel gesetzt, Bildungspolitik in ihrer Gesamtheit anzugehen und die Bedeutung von digitalen Medien sowie die Förderung von Medienkompetenz mitzudenken. Am 7. Dezember soll der bisherige Stand des Bildungskonzepts auf einer Konferenz in Erfurt beraten werden. Ab 10 Uhr wird an diesem Samstag in der Aula der Integrierten Gesamtschule (Wendenstraße 23, 99086 Erfurt) unter dem Titel „Jetzt Plan Bildung!“ diskutiert. Dazu sind mehrere Workshops geplant, unter anderem auch der von mir mitgestaltete Workshop „Digitale Klassenzimmer im maroden Schulgebäude?“ Alle interessierten Eltern, Lehrer, Pädagogen und natürlich auch Jugendliche sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren!

 Link zur Veranstaltung

Download Einladung

 

Informatik als Pflichtfach?!

Der Computer ist aus den Schulen nicht mehr wegzudenken: Schüler recherchieren im Internet und halten Referate mit PowerPoint. Reicht das? In Estland lernen bereits Erstklässler Computerprogramme zu schreiben. Deutsche Schulen sind davon weit entfernt, aber immerhin haben manche Bundesländer die Informatik bereits zum Pflichtfach in weiter führenden Schulen erhoben. Hamburg ist davon jetzt wieder abgerückt. Informatik ist dort jetzt nur noch Kür, nicht Pflicht – wie auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Ist Programmieren eine Kulturtechnik wie Schreiben und Rechnen? Kann nur ein Pflichtfach Informatik die digitale Spaltung der Gesellschaft verhindern?

Zu diesen Fragen diskutierten mit mir im SWR2 Forum vom 12.06.2013  Prof. Dr. Peter Hubwieser, Informatik-Didaktiker, TU München und Dr. Walter Scheuerl, Sprecher der Hamburger Bürgerinitiative „Wir wollen lernen“. Die Gesprächsleitung hatte Gábor Paál.

 Die Sendung kann hier noch einmal angehört werden